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Dieses Kapitel erklärt die Bildung des Einstandspreises für Lieferantenaufträge und wie der Wareneinsatz in Lagerabgangsbelegen ermittelt wird.
Um mit den hier verwendeten Abkürzungen vertraut zu werden, lesen Sie bitte zuerst das Kapitel über die Begriffsdefinitionen.
Der Einstandspreis im Lieferantenauftrag kann nicht manuell geändert werden. Er wird beim Speichern einer Auftragsposition immer neu berechnet und errechnet sich aufgrund der Summe folgender Werte:
EKP
•Beim Artikellieferanten hinterlegte Zuschläge (absolut und/oder in Prozent), wenn der Systemparameter MDARTLIE_ZU gesetzt ist. Basis für das Addieren eines prozentuellen Zuschlages ist immer der ermittelte EKP (gerundet auf 2 Nachkommastellen), auch wenn mehrere Zuschläge zu berechnen sind. Diese automatischen Zuschläge sind aus Kompatibilitätsgründen zu früheren Versionen vorhanden und sollten nicht mehr verwendet werden. Eine Verbuchung von Fracht- und Zollbelegen ist diesem alten System vorzuziehen, da dies eine exakte Aufteilung der anfallenden Kosten auf die Einzelartikel nach sich zieht.
•VKP_ZUSCHLAG_GES1 - 5
Diese Werte sind direkt in der Auftragsposition (Tabelle MDJOU) vorhanden und geben einen Betrag für die gesamte Auftragsposition an. Das Feld VKP_ZUSCHLAG_GES5 ist für den Programmpunkt "Lieferantenaufträge/Zusätze/Auftragssumme setzen" reserviert, wo Differenzbeträge aliquot Artikelpositionen zugeteilt werden.
•VKP_ZUSCHLAG1 - 5
Analog zu den oben angeführten Werten, jedoch gelten diese Werte pro Mengen- und Preiseinheit.
•ESP_ZUSCHLAG_GES1 - 5
Diese Werte sind ebenfalls direkt in der Auftragsposition (Tabelle MDJOU) vorhanden und definieren einen Zuschlag für die gesamte Auftragsposition. Das Feld ESP_ZUSCHLAG_GES5 ist für Frachtaufträge reserviert, bei denen die Summe des Frachtauftrages aliquot auf die Artikelpositionen aufgeteilt wird.
•ESP_ZUSCHLAG1 - 5
Analog zu den oben angeführten Werten, jedoch gilt dieser Wert pro Mengen- und Preiseinheit.
Aus den oben angeführten Werten ergibt sich der ESP je Mengeneinheit, der - multipliziert mit der Auftragsmenge - den Gesamtwert der Auftragsposition ergibt. Handelt es sich bei dem Beleg um einen lagerwirksamen Beleg, wird der Lagerwert des Artikellagers um diesen Betrag geändert.
Beispiel:
Kauf 10 Stück je € 0,2386, Transportkosten gesamt € 7,--
EKP = (10*0,2386) = 2,386
Runden auf 2 Nachkommastellen
EKP = 2,39
ESP = (2,39+7)/10
ESP = 0,939
Beinhaltet die Auftragsposition auch Chargen, wird der ermittelte ESP in diese übertragen. Eine manuelle Änderung von Einstandspreisen in den Chargenzeilen ist nicht möglich. Gibt es bereits Lagerabgangsbuchungen, die diesen Chargen zugeordnet sind, erfolgt bei jeder Änderung dieses ESPs eine Aktualisierung der dort befindlichen Einstandspreise.
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Lagerabgangsseitig muss beim ESP bzw. HWE zwischen Artikeln mit Chargen- bzw. Seriennummern, Lagerortartikeln, auftragsbezogen bestellten, sowie lager- und nicht lagerfähigen Artikeln unterschieden werden.
Artikel mit Lagerort, Chargen- bzw. Seriennummern
Diese Buchungen sind mit der Warenzugangsseite über den Chargeneintrag (Tabelle MDJOUCH) fix verbunden. Lagerortbuchungen verwenden die gleiche Logik wie Chargenbuchungen und sind gleich zu behandeln. Wenn in einem Warenzugangsbeleg der ESP einer Charge geändert wird, wird zuerst die Summe der Mengen und ESPs der Zubuchungen (Erklärung siehe nächster Absatz) mit dieser Chargennummer und diesem Chargendatum ermittelt. Dabei ist zu beachten, dass Wertgutschriften nur ESP- aber nicht mengenwirksam sind und daher nur den Gesamtwert verändern. ESP dividiert durch Menge ergibt den durchschnittlichen ESP der Charge und dieser wird in weiterer Folge auf alle Lagerabgangsbuchungen übertragen. Da diese Korrektur auch bereits statistisch erfasste Belege betreffen kann, zieht dies eine nachträgliche Änderung der ausgewiesenen Deckungsbeiträge in den Statistiken nach sich. Dieser Automatismus kann durch den Systemparameter CHARGE_ESP_RECALC deaktiviert werden.
Zum Berechnen des Einstandspreises einer Charge dient die Summe der Zubuchungen ausgenommen Inventurbelege (Auftragscode "VC"). Wenn solche Buchungen nicht vorliegen, wird die Summe der VC-Belege verwendet. Hintergrund für diese Regel ist, dass VC-Belege für Chargenabwertungen verwendet werden und daher nicht in den gleitenden ESP einfließen dürfen. Wird eine Charge abgewertet, erfolgt eine Ausbuchung der Gesamtmenge mit dem aktuellen ESP und eine erneute Zubuchung der Menge mit dem neuen ESP und diese Buchung wird zusätzlich im Feld KENNUNG mit einem kleinen "L" versehen. Dies teilt der MD-Premium.NET mit, dass ab dem Belegdatum dieser Buchung ein neuer ESP für diese Charge gilt. Abgangsbuchungen mit identem Belegdatum werden noch mit dem alten ESP bewertet.
Bestellung direkt aus dem Kundenauftrag
Wird im Register "Kundenauftrag/Bestellung" ein Lieferant mit Einkaufspreis angegeben und es ist keine Chargenposition zugeordnet, dient der hier angegebene Wert als Initialwert. Wenn diese Position über den Menüpunkt "Kundenauftrag/Zusätze/Bestellung" bestellt wird, erfolgt die automatische Anlage einer Lieferantenbestellung und die Lieferanten- und Kundenauftragspositionen werden über eine selbst vergebene, fiktive Chargennummer verknüpft. Ab diesem Zeitpunkt greift die oben angeführte Logik und es wird auch dann eine exakte Deckungsbeitragsdarstellung erreicht, wenn Sammelartikelnummern verwendet werden. Diese Logik kann durch den Systemparameter ESP_MDJOUBS deaktiviert werden.
Lagerartikel
Liegt keine der oben angeführten Situationen vor, wird beim Erfassen eines Auftrages der ESP bzw. HWE der Position mit dem Einstandspreis initialisiert, der durch den Systemparameter ESP_INIT_MODE festgelegt ist. Dieser Wert bleibt bis zum Druck eines Lagerabgangbeleges unverändert. Beim Belegdruck wird jedoch eine erneute Aktualisierung, die durch den Systemparameter ESP_INIT_MODE_LS festgelegt ist, vorgenommen. Im Falle einer nachträglichen Korrektur des Einstandspreises im Warenzugangsbeleg erfolgt im Gegensatz zur Chargenlogik keine Aktualisierung des Einstandspreises im Lagerabgangsbeleg und somit auch keine Neuberechnung des Deckungsbeitrages. Durch die Einrichtung eines periodisch laufenden Datenbankjobs kann jedoch eine nachträgliche Aufrollung der Buchungen erfolgen.
Nicht Lagerartikel
Liegt keiner der bereits angeführten Fälle vor und es wird in der Auftragszeile ein Artikel erfasst, der nicht am Lager geführt wird (Dienstleistungen, Porto usw.), kommt der im Artikellieferant angegebene "letzte Einstandspreis" (Datenbankfeld ESP) zur Anwendung. Dieser ESP kann jederzeit manuell übersteuert werden und ist ebenso wie ein Lagerartikel deckungsbeitragswirksam.
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Grundsätzlich unterliegen die vom Lager abgehenden Positionen einer Stückliste den gleichen Regeln wie Lagerabgangsbelege. Der Unterschied zu normalen Artikelpositionen ist jedoch, dass diese Artikel in einem Bezug (Feld MDJOU_SID_SET) zu einem Sethauptartikel stehen. Der Einstandspreis des Hauptartikels kann nicht manuell geändert werden, da er automatisch aus der Summe der Einstandspreise der Teilartikel berechnet wird. Diese Berechnung ist durchgängig und funktioniert auch bei mehrstufigen Stücklisten, wo die Änderung des Einstandspreises in unterster Ebene sofort auf alle überliegenden Ebenen durchschlägt. Hat daher ein Auftrag keine Teillieferungen, weist der Sethauptartikel die Summe der Einstandspreise der Teilartikel auf. Da in der Praxis aber nicht immer ein Idealzustand gegeben ist, werden im Folgenden die Abweichungen bei Teillieferungen skizziert und näher erläutert:
Hauptartikel im Rahmenauftrag
Der Einstandspreis dieses Artikels wird nicht nur aufgrund der ersichtlichen Einstandspreise der Teilartikel des Hauptauftrages berechnet. Der tatsächliche Esp eines Teilartikels ergibt sich aus der Summe der Einstandspreise der bereits gelieferten Positionen plus des Wertes der Rückstandsmenge, die mit dem im Hauptauftrag angegebenen Esp bewertet wird. Ist ein Teilartikel daher zur Gänze geliefert, kann der Esp manuell nicht mehr geändert werden, da sich dieser immer aus der Summe der Teillieferungen ergibt. Dieser Wert hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Lagerwerte, kann aber je nach Zustand des Auftrages als Basis für die weiteren Berechnungen dienen.
Teilauftrag mit Hauptartikel ohne Teilartikel
Der Einstandspreis wird aus dem Sethauptartikel des Hauptauftrages übernommen.
Teilauftrag ohne Hauptartikel mit Teilartikel
In diesem Fall wird der Einstandspreis der im Teilauftrag vorhandenen Artikel für die Berechnung des Hauptartikels im Hauptauftrag verwendet. Je nach Einstellung des Systemparameters MDPAKT_ESP_ALL hat der Einstandspreis des Hauptartikels im Hauptauftrag Auswirkung auf die bereits getätigten Zubuchungen des Sethauptartikels.
Teilauftrag mit Haupt- und Teilartikeln
Ist der Systemparameter MDPAKT_ESP_ALL auf den Wert 0 gestellt (Standard) gelten die Standardregeln für Stücklisten - der Kopfartikel weist die Summe der Einstandspreise der zugeordneten Teilartikel auf. Dies ist unabhängig davon, ob alle Teilartikel oder nur Teile der Stückliste im Teilauftrag angeführt sind. Wenn der Hauptauftrag einen Kopfartikel und 10 Teilartikel beinhaltet, aber eine Zubuchung des Kopfartikels mittels Teillieferung mit nur 8 Teilartikeln durchgeführt wird, erfolgt die Lagerzubuchung des Sethauptartikels mit der Summe der Einstandspreise der 8 Artikel und die restlichen 2 Artikel werden nicht berücksichtigt.
Genau auf diese Variante nimmt der Systemparameter MDPAKT_ESP_ALL Einfluss. Ist dieser auf den Wert 1 gesetzt, wird der Einstandspreis des zugebuchten Sethauptartikels immer aufgrund der Summe aller Einstandspreise der Teilartikel berechnet. Im oben angeführten Beispiel würde sich daher der Einstandspreis des zugebuchten Sethauptartikels aufgrund aller Teilaufträge berechnen, egal ob diese einen Kopfartikel aufweisen oder nicht.
Rückbuchungen bzw. Gutschriften
Wird ein Sethauptartikel mit negativem Mengenvorzeichen gebucht, entspricht dies einer Rückbuchung und der Einstandspreis wird aliquot auf die Teilartikel aufgeteilt. Da dieses aliquote Zuweisen aber mengenabhängig ist, wird dem Teilartikel unter Umständen ein Einstandspreis zugewiesen, der nicht mit der ursprünglichen Buchung übereinstimmt. Aus diesem Grund verwenden Sie bitte für Rückbuchungen bzw. Gutschriften immer eine separate Belegart, die als Gutschrift gekennzeichnet ist. Damit ist gewährleistet, dass die Teilartikel der Stückliste mit einem korrekten Lagerwert rückgebucht werden.
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Die Software kalkuliert den gleitenden Einstandspreis laut den gesetzlichen Vorgaben (Einkommenssteuergesetz, Paragraph 6). Diese lauten wie folgt:
"Eine besondere Form des gewogenen Durchschnittspreisverfahrens ist das gleitende Durchschnittspreisverfahren. Gleichartige Wirtschaftsgüter des Vorratsvermögens werden als Gruppe bewertet, wobei der Durchschnittspreis nach jedem Zukauf neu ermittelt wird. Die Lagerabgänge werden bis zum nächsten Zukauf mit diesem Durchschnittspreis angesetzt. Eine Lagerbuchführung, die sowohl eine mengenmäßige wie auch wertmäßige Erfassung zulässt, ist dafür Voraussetzung.
Der zuletzt ermittelte Durchschnittspreis wird der Bewertung des Endbestandes zu Grunde gelegt. Liegt der Teilwert niedriger, sind die Voraussetzungen für eine Abschreibung gegeben."
Beispiel laut Gesetzestext:
Von einer bestimmten Vorratsposition wurden folgende Daten aufgezeichnet:
Anfangsbestand
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90 Stück à
|
400 S
|
Zugänge:
|
|
|
Zukauf 28.1.2000
|
400 Stück à
|
390 S
|
Zukauf 15.4.2000
|
200 Stück à
|
405 S
|
Zukauf 7.7.2000
|
350 Stück à
|
395 S
|
Zukauf 20.9.2000
|
150 Stück à
|
410 S
|
Zukauf 6.12.2000
|
100 Stück à
|
415 S
|
Abgänge laut Entnahmescheine:
27.1.2000
|
60 Stück
|
5.3.2000
|
380 Stück
|
22.6.2000
|
180 Stück
|
7.9.2000
|
320 Stück
|
20.11.2000
|
135 Stück
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Endbestand laut Inventur:
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210 Stück
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Menge
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Preis
|
Wert
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Verbrauch
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Anfangsbestand
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90 Stück à
|
400,00 S
|
36.000,00 S
|
|
Abgang 27.1.2000
|
60 Stück à
|
400,00 S
|
24.000,00 S
|
24.000,00 S
|
|
30 Stück à
|
400,00 S
|
12.000,00 S
|
|
Zukauf 28.1.2000
|
400 Stück à
|
390,00 S
|
156.000,00 S
|
|
|
430 Stück à
|
390,70 S
|
168.000,00 S
|
|
Abgang 5.3.2000
|
380 Stück à
|
390,70 S
|
148.466,00 S
|
148.466,00 S
|
|
50 Stück à
|
390,70 S
|
19.534,00 S
|
|
Zukauf 15.4.2000
|
200 Stück à
|
405,00 S
|
81.000,00 S
|
|
|
250 Stück à
|
402,14 S
|
100.534,00 S
|
|
Abgang 2.6.2000
|
180 Stück à
|
402,14 S
|
72.385,20 S
|
72.385,20 S
|
|
70 Stück à
|
402,14 S
|
18.148,80 S
|
|
Zukauf 7.7.2000
|
350 Stück à
|
395,00 S
|
138.250,00 S
|
|
|
420 Stück à
|
396,19 S
|
166.398,80 S
|
|
Abgang 7.9.2000
|
320 Stück à
|
396,19 S
|
126.780,80 S
|
126.780,80 S
|
|
100 Stück à
|
396,19 S
|
39.618,00 S
|
|
Zukauf 20.9.2000
|
150 Stück à
|
410,00 S
|
61.500,00 S
|
|
|
250 Stück à
|
404,47 S
|
101.118,00 S
|
|
Abgang 20.11.2000
|
135 Stück à
|
404,47 S
|
54.603,45 S
|
54.603,45 S
|
|
115 Stück à
|
404,47 S
|
46.514,55 S
|
|
Zukauf 6.12.2000
|
100 Stück à
|
415,00 S
|
41.500,00 S
|
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SOLL - Endbestand
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215 Stück à
|
409,37 S
|
88.014,55 S
|
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IST - Endbestand
|
210 Stück à
|
409,37 S
|
85.967,70 S
|
|
Schwund
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5 Stück à
|
409,37 S
|
2.046,85 S
|
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Probleme bei der Berechnungsdurchführung
Oben angeführte Beispiele beziehen sich auf eine Idealumgebung, die in der Praxis nicht sehr oft vorkommt. Aus diesem Grund führen wir einige Beispiele an, die zu einem negativen Lagerwert und daher zu einer vorübergehend falschen Bewertung führen können:
Beispiel 1:
1) Es kann grundsätzlich immer dann zu einem negativen Lagerwert und dadurch zu einem ungültigen ESP kommen, wenn die ausgelieferte Ware zu einem niedrigeren ESP eingekauft wurde, als sie dann im Kundenauftrag als Abgangs-ESP hinterlegt ist.
Betrifft nur Lager- und nicht Chargenartikel:
2) Es liegt ein langer Zeitraum zwischen Lieferantenlieferschein und Lieferantenrechnung vor. Solange die Ware noch nicht rechnungsmäßig (inventurrechtlich) zugegangen ist, erfolgt auch am Artikellager keine Lagerwerterhöhung und keine Inventurmengenerhöhung. Sollte solch eine Ware in der Zwischenzeit bis zur Eingangsrechnungslegung in Kundenbelegen ausgangsseitig verwendet werden, erfolgt der Abgang mit dem gleitenden Einstandspreis zum Zeitpunkt der Kundenbelegserfassung und damit ohne Berücksichtigung der nur lieferscheinmäßig erfassten Eingangspreise/ESPs.
Beispiel 2:
Am 01.01. haben wir in diesem Beispiel einen Lagerstand von 1 Stk. á € 10,--
Am 02.01. kommt ein Lieferantenlieferschein (ZL) mit 100 Stk. á € 11,--
Am 05.01. kommt ein Kundenbeleg mit 10 Stk. á € 10,-- (gleitender ESP)
Am 10.01. kommt dann die Lieferantenrechnung (aus ZL wird ZR) mit 100 Stk. à € 11,--
Datum
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01.01.
|
02.01.
|
05.01.
|
10.01.
|
Lagerwert (€)
|
10,--
|
10,--
|
- 90,--
|
1.010,--
|
Inventurlagerstand (Stk.)
|
1
|
1
|
- 9
|
91
|
gleitender ESP (€)
|
10,--
|
|
|
11,0989..
|
physischer Lagerstand (Stk.)
|
1
|
101
|
91
|
91
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Beispiel 3:
Erstellen einer nachträglichen Wertgutschrift seitens Lieferanten, die einen positiven Lagerbestand ohne Lagerwert verursacht.
Am 01.01. haben wir in diesem Beispiel einen Lagerstand von 1 Stk. á € 10,--
Am 10.01. kommt eine Lieferantenrechnung mit 100 Stk. á € 10,--
Zwischen 11.01. und 31.01. sind mehrere Ausgangsrechnungen - in Summe gehen 96 Stk. mit gleitendem ESP von € 10,-- vom Artikellager aufgrund von diversen Kundenbelegen ab.
Der Lieferant erstellt per 01.02. nachträglich eine Wertgutschrift zur Lieferantenrechnung vom 10.01. wodurch sich der Einstandspreis des damaligen Einkaufs um die Hälfte verringert. Wir stellen im System eine Wertgutschrift per 01.02. für 100 Stk. á € 0,50 aus. Damit verringert sich per 01.02. der Lagerwert um € 50,-.
Datum
|
01.01.
|
10.01.
|
31.01.
|
01.02.
|
Lagerwert (€)
|
10,--
|
1.010,--
|
50,--
|
0,--
|
Inventurlagerstand (Stk.)
|
1
|
101
|
5
|
5
|
gleitender ESP (€)
|
10,--
|
10,--
|
|
0,--
|
physischer Lagerstand (Stk.)
|
1
|
101
|
5
|
5
|
Die nächsten Abgänge der verbleibenden 5 Stk. würden also in allen Kundenbelegen mit € 0,- ESP erfolgen und somit einen 100%igen Deckungsbeitrag erzeugen (das würde sich aber mit dem geringeren Deckungsbeitrag der vorigen Ausgangsbelege ausgleichen).
Beispiel 4:
Erstellen einer nachträglichen Wertgutschrift seitens Lieferanten, die einen negativen Lagerwert bei positiver Lagermenge verursacht.
Am 01.01. haben wir hier einen Lagerstand von 1 Stk. á € 10,--
Am 10.01. kommt eine Lieferantenrechnung mit 100 Stk. à € 10,--
Zwischen 11.01. und 31.01. gibt es mehrere Ausgangsrechnungen: In Summe gehen 100 Stk. mit gleitendem ESP von € 10,- vom Artikellager aufgrund von diversen Kundenbelegen ab.
Der Lieferant erstellt per 01.02. nachträglich eine Wertgutschrift zur Lieferantenrechnung vom 10.01. wodurch sich der Einstandspreis des damaligen Einkaufs um die Hälfte verringert. Wir stellen im System eine Wertgutschrift per 01.02. für 100 Stk. á € 0,50 aus. Damit verringert sich per 01.02. der Lagerwert um € 50,-.
Datum
|
01.01.
|
10.01.
|
31.01.
|
01.02.
|
Lagerwert (€)
|
10,--
|
1.010,--
|
10,--
|
- 40,--
|
Inventurlagerstand (Stk.)
|
1
|
101
|
1
|
1
|
gleitender ESP (€)
|
10,--
|
10,--
|
|
- 40,--
|
physischer Lagerstand (Stk.)
|
1
|
101
|
1
|
1
|
Der nächste Abgang des verbleibenden letzten Stücks würde im Kundenbeleg mit folgender ESP-Berechnung erfolgen:
Da vom Programm ein negativer Inventurlagerstand oder Lagerwert nicht zu einer gleitenden Einstandsberechnung herangezogen werden kann, wird zunächst beim Artikelstandardlieferanten der dort hinterlegte Standardeinkaufspreis inkl. möglicher Rabatte als ESP für den Kundenauftrag herangezogen. Wenn kein Standardlieferant hinterlegt worden ist, wird der jeweilige letzte Einstandspreis am Artikelabgangslager herangezogen.
Wenn beide Werte fehlen (1. kein Standardlieferant mit gültigem Einkaufspreis und 2. auch niemals ein gültiger Lagerzugang mit Einstandpreis), erfolgt die Initialisierung des ESP im Kundenauftrag mit Null.
Bei Vorhandensein eines EKPs würde der Lagerwert sich wie folgt verhalten:
Situation
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Ausgang
|
Zubuchung von 2 Stück mit € 10,--
|
Verkauf von 2 Stück mit EKP/EK € 10,--
|
Lagerwert (€)
|
- 40,--
|
- 20,--
|
- 40,--
|
Inventurlagerstand (Stk.)
|
1
|
3
|
1
|
physischer Lagerstand (Stk.)
|
1
|
3
|
1
|
Beispiel 5:
Kundengutschriften auf Retourlager.
Abhängig von der Arbeitsweise des jeweiligen Kunden können Gutschriften auf ein eigenes Retourenwarenlager erfolgen. Der Zugang auf dieses Lager würde in der Regel vom System mit ESP 0,-- erfolgen und auch die nachfolgende Umbuchung auf das tatsächliche Warenlager würde mit diesem ESP erfolgen, was in weiterer Folge den gesamten gleitenden ESP auf dem Artikellager erheblich beeinflusst und verfälscht.
Mögliche Vorgangsweisen:
a) Beim Zubuchen manuell den ESP setzen b) Retourlager mit dem Hauptlager mitrechnen lassen c) Gutschriften generell von der Rechnung kopieren - ESP, VKP würde alles passen… d) Indiv-Programmierung, die ESP auf EKP setzt,…
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Um den Lagerwert und damit den gleitenden Esp korrekt zu berechnen gibt es die Funktionalität der ESP-Aufrollung. Dieser Vorgang kann entweder einmalig ausgeführt oder für eine periodische Ausführung als Datenbankjob eingerichtet werden. Für diese Arbeiten steht unser Supportteam gerne zur Verfügung. Bitte beachten Sie aber dabei, dass hier nicht ein Standardschema angewendet werden kann, da die Voraussetzungen bei jedem Kunden anders sind und die einzurichtende Funktion mittels Parametern genau angepasst gehört.
Beispiel vor der Aufrollung
Belegart
|
BelegDatum
|
Lag
|
Menge
|
ESP
|
ESP_ZUSCHLAG_GES5
|
ZR
|
31.03.2009 14:36
|
1
|
5
|
139,174
|
28,07
|
SF
|
27.03.2009 15:17
|
1
|
1
|
277,19
|
0
|
FA
|
26.03.2009 16:07
|
1
|
2
|
277,19
|
0
|
ZR
|
13.10.2008 12:31
|
1
|
1
|
121,98
|
0
|
ZR
|
13.10.2008 12:30
|
1
|
1
|
131,26
|
0
|
BV
|
26.09.2008 13:34
|
1
|
1
|
121,98
|
0
|
ZR
|
17.06.2008 15:39
|
1
|
1
|
145,93
|
0
|
LF
|
13.06.2008 10:22
|
1
|
1
|
0
|
0
|
Lagerstand
|
3
|
Lagerwert
|
141,49
|
ESP_LETZTER
|
126,774
|
ESP_GLEITEND
|
47,1633333
|
Nach der Aufrollung
ZR
|
19.01.2009
|
1
|
5
|
139,174
|
28,07
|
SF
|
31.03.2009 14:36
|
1
|
1
|
137,08167
|
0
|
FA
|
26.03.2009 16:07
|
1
|
2
|
137,08167
|
0
|
ZR
|
13.10.2008 12:31
|
1
|
1
|
121,98
|
0
|
ZR
|
13.10.2008 12:30
|
1
|
1
|
131,26
|
0
|
BV
|
26.09.2008 13:34
|
1
|
1
|
126,62
|
0
|
ZR
|
17.06.2008 15:39
|
1
|
1
|
145,93
|
0
|
LF
|
13.06.2008 10:22
|
1
|
1
|
145,93
|
0
|
Lagerstand
|
3
|
Lagerwert
|
411,244999
|
ESP_LETZTER
|
139,174
|
ESP_GLEITEND
|
137,081666
|
Wie Sie sehen, wird bei der Aufrollung ein Warenzugang (17.6.08), der nach einem Verkauf erfolgte, für die Bewertung im Beleg LF verwendet und dadurch nachträglich eine korrekte Bewertung erzielt.
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